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Catherine Larner

Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung entsteht in den Augen der Marktführer der Industrie die Notwendigkeit für strategische Allianzen und grössere betriebswirtschaftliche Gewandtheit.

Sowohl die Regierung, als auch die Lebensmittelindustrie, Fachleute aus dem Bereich der Medizin, Medien und Wohlfahrtsverbände sind sich einig: ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung bilden die Grundlage für ein gesundes Leben.

Wachgerüttelt von Statistiken, die das Ausmass zunehmender Fettleibigkeit der europäischen Bevölkerung verdeutlichen, haben die Regierungen nun die drohenden Konsequenzen erkannt und globale Initiativen ins Leben gerufen, mit deren Hilfe Präventivmassnahmen gefunden werden sollen. Somit wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Berichte zur Volksgesundheit, nationale Kampagnen, finanzielle Anreize, Publikationen zur Gesundheitsorientierung und neue gesetzliche Bestimmungen herausgebracht, die an die gesundheitliche Eigenverantwortung jedes Einzelnen appellieren.

Die Voraussetzungen für den Gesundheitsclub-Markt sind also besser denn je. Die Tatsache, dass Geschäftszweige, Institutionen zur Gesundheitsvorsorge und nicht zuletzt der Gesetzgeber ihr Augenmerk nun noch vermehrter auf die positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung richten, hat zur Folge, dass der Sektor ein riesiges Potential bereithält. Die Betreiber von Gesundheitsclubs sind nur zu gern bereit, dieses Potential für sich zu nutzen und reagieren darauf mit dem Angebot eines Produkts, das als überaus professionell und ausserordentlich gut durchdacht gilt.

Doch die Industrie sieht sich nach wie vor einigen Herausforderungen gegenüber. Die nach wie vor sehr angespannte europäische Wirtschaftslage und die Folgen eines zu schnellen Wachstums innerhalb des Sektors haben dazu geführt, dass die vergangenen 18 Monate für die Branche einige Schwierigkeiten bereit hielten. In vielerlei Hinsicht, musste sich die noch junge Industrie erst bewähren und beweisen, dass die Branche über die nötige Stabilität verfügt, um in derart harten Zeiten bestehen zu können - besonders jetzt, da die Nachfrage nach ihrem Produkt ein nie da gewesenes Hoch erreicht hat.

Gegen Ende des Jahres 2004 sprachen tatsächlich zahlreiche Anzeichen dafür, dass die Industrie im Begriff ist, die Talsohle der Rezession hinter sich zu lassen. Berichterstattern zufolge ist als Konsequenz daraus im Laufe des kommenden Jahres mit weiteren neuen Clubs, einer gesteigerten Konsolidation, vermehrten Investitionen und einer besseren Ausdifferenzierung zu rechnen.

Zu den in der Zukunft zu erwartenden Herausforderungen befragt, erklären Marktführer der Industrie, dass wir nach wie vor mit der selben Thematik zu tun haben werden, die uns bezüglich unserer Entwicklung schon in der letzten Dekade beschäftigt hat. Im vergangenen Jahr haben die Betreiber jedoch ihre Einrichtungen Sparmassnahmen unterworfen und gezieltere Angebote erarbeiten lassen. Mit Hilfe der Informationen, die aus Statistiken ausgereifterer Management-Systeme stammen, ermöglichen wir uns eine bessere Ausgangsposition und sind somit in der Lage, uns einen Überblick über unsere Leistungsmerkmale und -defizite zu verschaffen, anstatt sich, wie früher charakteristisch in dieser Branche, lediglich auf unser Bauchgefühl zu verlassen. Auf diesem Wege können wir unseren Mitbewerbern auf gleicher Augenhöhe begegnen. Mit Hilfe dieser Methode konnten wir z.B. in Grossbritannien hinsichtlich unserer Kundenbindung grosse Erfolge erzielen.

Um zu gewährleisten, dass es sowohl individuellen Einrichtungen gelingt, ihre Mitglieder zufrieden zu stellen als auch die Industrie sich als Ganzes bewähren kann, muss eine Konsistenz im Angebot erreicht werden. Es gibt in der Industrie Bereiche, in denen wirklich ausgezeichnete Leistungen erzielt werden. Um jedoch das Vertrauen von Fachleuten aus dem medizinischen Bereich, Investoren und Geschäftszweigen erringen zu können, ist es unerlässlich, dass diese Qualität in Verbindung mit konstanter Leistung im gesamten Sektor erreicht werden kann. Erst, wenn uns dies gelungen ist, verfügen wir über genügend Einfluss, um auf das Problem der in erschreckendem Masse zunehmenden Fettleibigkeit der Bevölkerung reagieren zu können.

In der Zukunft wird es eine Zunahme an Partnerschaften mit anderen Institutionen geben, die daran interessiert sind, aus unseren Datenbanken und unserer fachlichen Kompetenz Kapital zu schlagen Die von den Versicherungsunternehmen entwickelten Modelle - Achmea in Holland und Prudential in Grossbritannien arbeiten mit Cannons and Holmes Place - sind für uns von grösstem Interesse. Wenn man den Berichterstattern Glauben schenken kann, wird es in den kommenden Monaten zu einer gesteigerten Synergie unter den Top-Playern kommen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Händler, die ein grosses Interesse daran haben, ihr Engagement für die Gesundheit der Kunden mit der Vergabe von Treuepunkten zu unterstreichen, die in Club-Mitgliedschaften umgetauscht werden können. In den Reihen der Club-Betreiber ist die Zahl derjenigen, die den Wert dieser Methode, die Mitglieder zu regelmässigem Training zu motivieren, erkannt haben, noch überraschend klein. Als SATS in Skandinavien kürzlich sein Treueprogramm startete, war man von der grossen Resonanz überrascht. SATS belohnte regelmässiges Training mit Tausenden von Preisen. Wir müssen also mit noch mehr Kreativität vorgehen, wenn wir die Leute regelmässig in die Clubs locken wollen. Dies gilt besonders bei den Mitgliedern, die dem Training im Grunde nicht viel abgewinnen können und sich dabei langweilen - und dabei dürfte es sich um den Großteil der Kunden handeln.

Den heutigen Kunden ist es bewusst, dass sie aus einer weit grösseren Angebotspalette auswählen können als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das beginnt damit, welche Aktivität sie für sich am attraktivsten finden und setzt sich fort in der Wahl des Clubs, dem sie beitreten. In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu einer Differenzierung des Gesundheitsclub-Modells und wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung anhalten wird. Die Clubs versuchen, den Ansprüchen ihrer Kunden gerecht zu werden, indem sie eine grössere Vielfalt an Einrichtungen anbieten und Sport und Fitness kombinieren (wie z.B. Next Generation, DLL und Esporta) oder, indem sie mehr Programme in ihr Angebot aufnehmen (wie es z.B. Club Med und SATS im Moment versuchen). Andere Clubs versuchen sich in Synergien mit verwandten Disziplinen. LA Fitness hat z.B. dieses Jahr grossen Applaus für die Einführung eines Programms zur Gewichtskontrolle erhalten - ein Schritt, der schon lange überfällig gewesen war. Wir beobachten nun die Kundenresonanz und warten ab, ob sich andere Betreiber im kommenden Jahr ebenfalls zur Einführung eigener Programme entschliessen.

Man darf dabei nicht vergessen, dass die besten Produkte nichts nützen, wenn es den Mitarbeitern an Kompetenz mangelt. Der Schlüssel zum Erfolg sind unsere Leute. Ausschlaggebend für die Entwicklung unseres Geschäfts ist es also, beim Einstellen, Schulen und dauerhaft Beschäftigen unserer Mitarbeiter den Schwerpunkt auf deren Grundeinstellung, Umgangsformen und Fachkenntnisstand zu legen.

Obwohl man auf den russischen, französischen und skandinavischen Märkten auf die grossen Thematiken, wie Investition, Gesetzgebung und Partizipation mit Besorgnis reagiert, ist betriebswirtschaftliche Leistungsqualität in allen Clubs weltweit der entscheidende Faktor. Wenn wir unseren Schwerpunkt weiterhin auf Professionalität, Qualität und das Bereitstellen von fachlich versierter Hilfe verlagern und in diesen Bereichen gute Arbeit leisten, können wir demonstrieren, dass wir einen unentbehrlichen Bestandteil des europäischen Lebens im 21. Jahrhundert darstellen, und gewinnen als Konsequenz daraus automatisch an Attraktivität für die Finanzwelt, Regierung und Bevölkerung.

Differenzierung des Produkts

Wir bei Next Generation sind überaus zufrieden mit den Erfolgen, die wir, trotz der schwierigen Bedingungen im letzten Jahr, verzeichnen konnten. Dieser Erfolg ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Erweiterung des Angebots auf Rackets- und Fitnesseinrichtungen auf langfristige Sicht und angesichts einer Wirtschaftslage, die von geringeren Spannen gezeichnet ist, nachhaltiger und rentabler ist.

Man kann davon ausgehen, dass auch andere Betreiber ihr Produkt differenzieren möchten und versuchen werden, sich bezüglich ihres Angebots weiterzuentwickeln. In der Vergangenheit wurden Clubs aus dem Boden gestampft, ohne dass man sich allzu viele Gedanken um deren Zukunft gemacht hat. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir uns auf eine Erweiterung der Produktbreite konzentrieren müssen. In der Zukunft ist weiterhin mit dem Problem der vermehrten Konsolidation zu rechnen, doch die besseren Betreiber haben dann bereits damit begonnen, ihre Plattform zu finden.

Nachdem sich die Branche auf ihr Kernprodukt konzentriert haben wird, ist in der zweiten Hälfte des Jahres 2005 mit dem vermehrten Auftauchen von Entwicklungsprogrammen in der Presse zu rechnen. Die erschwerten Bedingungen zwingen uns dazu, besser zu reflektieren, ob wir bezüglich unserer geschäftspolitischen Vorgehensweise den richtigen Ansatz gefunden haben.

Auch die Kundenwünsche unterliegen einem Wandel. Der Boom der letzten Jahre hatte zur Folge, dass die Erwartungshaltung der Kunden zu gross wurde. Alle paar Monate hatten Sie die Möglichkeit durch einen neuen Club geführt zu werden und jedes Mal machte die neue Einrichtung einen noch besseren Eindruck als die vorherige. Inzwischen hat sich diese erste Euphorie gelegt und man beginnt damit, die Clubs nach individuellen Gesichtspunkten zu bewerten und sich dort anzumelden, wo man sich am wohlsten fühlt - unabhängig davon ob es sich dabei um die neueste Einrichtung handelt. Diese Entwicklung müssen die Betreiber in ihre Planung bezüglich einer Differenzierung des Angebots einbeziehen.

--Scott Lloyd, Geschäftsführer, Next Generation Clubs

Die Akquisition neuer Mitglieder

Für die nordische Fitnessclub-Industrie stellt es zweifelsohne die grösste Herausforderung dar, die Anzahl an regelmässig trainierenden Mitgliedern zu steigern. Nach wie vor bleiben diese Länder in punkto Mitgliederzahlen weit hinter anderen, wie z.B. die Vereinigten Staaten, zurück. Darüber hinaus hat sich dort die Mentalität der Fitnessclub-Branche noch nicht im gewünschten Masse durchgesetzt. Folglich muss unsere Industrie weiterhin Werbung für die positiven Auswirkungen des Fitnesstrainings machen und eine breite Palette an Trainingsangeboten bereit stellen.

Die in den nordischen Ländern öffentlich geführte Debatte über Gesundheit und Wohlbefinden dürfte ebenfalls einen wesentlichen Teil dazu beitragen, die Bevölkerung zum Eintritt in einen Club zu motivieren. Von den in alarmierendem Masse ansteigenden „Zivilisationskrankheiten“ sind nicht nur die Bürger und ihre Arbeitgeber betroffen, sondern die gesamte Gesellschaft. In manchen nordischen Ländern haben die Regierungen auf die Situation reagiert, indem sie Arbeitgebern, die ihren Angestellten Wellness- und Fitnessprogramme finanzieren, Steuervergünstigungen einräumen. Diese Form der politischen Unterstützung ruft in der Fitnessindustrie natürlich grosse Begeisterung hervor, da so das Angebot einer Vielfalt an Trainingsbedürfnissen verbessert werden kann. Die Fitnessketten, die so eine breite Palette an Dienstleistungen anbieten können und darüber hinaus die Möglichkeit haben, Feedback zu den Fitnessprogrammen der Arbeitnehmer abzuliefern, können am meisten Nutzen aus dieser Entwicklung ziehen, wenn es ihnen gelingt, dauerhafte Geschäftsbeziehungen zu diesen Kunden aus Unternehmerkreisen aufzubauen. Verläuft dieser Versuch erfolgreich, kann man für diese Ketten mit einem dramatischen Geschäftswachstum rechnen.

Als Geschäftsführer der in der nordischen Region führenden Fitnesskette werde ich oft darauf angesprochen, mit Hilfe welcher Massnahmen wir versuchen, die Mitgliederzahlen in die Höhe zu treiben. Meine Antwort darauf ist immer die gleiche: SATS bietet den Menschen dort Fitnessclubs an, wo sie leben und arbeiten. In Ländern, in denen das Trainieren noch nicht zu einem Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden ist, ist es darüber hinaus ganz besonders wichtig, fachkundiges Personal einzusetzen, dem es gelingt, die Mitglieder mit ihrem Enthusiasmus anzustecken und das individuell auf Kundenwünsche zugeschnittene Fitnessprogramme anbieten können. Ich bin zuversichtlich, dass die Mitgliederzahlen in den nordischen Ländern merklich ansteigen werden. Es gilt als eine überaus wichtige Aufgabe für SATS, in diesem Prozess eine zukunftsweisende Rolle zu spielen.

--Andreas Göthberg, Präsident und Geschäftsführer, SATS

Schwerpunkt auf Mitarbeiterschulung

Im kommenden Jahr werden wir uns der Herausforderung gegenüber sehen, die Pläne, von denen wir seit 10 Jahren sprechen, endlich in die Tat umzusetzen.

In der Vergangenheit haben wir uns weniger auf unsere Fitnessteams, das Empfangspersonal oder den Service konzentriert, sondern legten unseren Hauptschwerpunkt auf dem Verkauf - ein Bereich, in dem es uns gelungen ist, einen gewissen Berühmtheitsgrad zu erlangen. Wir brauchen alle Einkünfte, um zu überleben, aber inzwischen haben wir diesen Schwerpunkt verlagert und kombinieren nun gute Verkäufe mit dem dazugehörenden Service.

Um dabei Erfolge zu erzielen, müssen wir uns auf den Kern unseres Angebots konzentrieren und der liegt nach wie vor in der Motivation unserer Mitglieder, regelmässiges Training in ihren Alltag zu integrieren. Es stellt kein grosses Problem dar, beeindruckende Clubs zu errichten und sie mit ausgezeichneten Geräten zu möblieren, doch in der Branche beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass es von grosser Wichtigkeit ist, in unserer beratenden Funktion wirklich glaubwürdig zu sein. Das Register of Exercise Professionals spielt hierbei eine ganz massgebliche Rolle.

Wir müssen erkennen, dass wir unseren Kunden nur die Leistung anbieten können, die unsere Teammitglieder erbringen können. Das bedeutet, dass wir sicherstellen müssen, in unseren Einrichtungen die geeigneten Mitarbeiter zu beschäftigen, die über ein ausreichendes Mass an Fachwissen verfügen und darüber hinaus in der Lage sind, eine gesunde Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir in Kauf nehmen, höhere Gehälter als nur den Mindestlohn zu zahlen.

Nach dem Weisspapier der Regierung ist es ausschlaggebend, mit dem Sektor der Gesundheitsvorsorge zusammenzuarbeiten. Wir müssen uns dahingehend positionieren, dass die Ärzte ihre Patienten zu uns verweisen, wenn es um Ernährungsprobleme oder Bewegungsmangel geht. Im Bereich Ernährungsberatung weist unsere Branche aber noch einige Defizite auf. Obwohl die Motivation für die Anmeldung in einem Fitnessclub für viele Menschen der dort erhoffte Gewichtsverlust ist, reagieren wir auf diesen Bedarf zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht in einem ausreichenden Mass.

Doch unsere Mitglieder erhoffen sich von uns nicht nur Information über Fitnessprodukte, sondern auch Hilfe bei Fragen zu gesunder Ernährung. Früher musste man in einem Krankenhaus nur die Treppe hinuntergehen, um sich im Laden Zigaretten kaufen zu können. Das wäre heute undenkbar. Also wie lässt es sich dann rechtfertigen, dass wir unseren Mitgliedern einerseits hinsichtlich einer gesunden Ernährung beratend zur Seite stehen und ihnen im nächsten Moment im Café Schokolade anbieten? Mit einem solchen Verhalten machen wir uns unglaubwürdig.

Dabei sind all diese Aussagen keine neuartigen Erkenntnisse. Wir wissen durchaus, was zu tun ist, doch, um wirklich den gewünschten Erfolg erzielen zu können, müssen wir unsere Aufgabe mit grosser Sorgfalt und Konsequenz erledigen.

--Patrick Fitzgibbon, Geschäftsführer, LivingWell

Steigerung von Kundenvertrauen?

Die französische Fitness-Industrie war in der Vergangenheit nicht gerade erfolgsverwöhnt und unsere grösste Hoffnung für das kommende Jahr ist, dass keine weiteren Betreiber in Liquidation treten müssen. Leider befinden sich einige Wackelkandidaten auf dem hiesigen Markt. Im letzten Jahr waren mit Gymnasium und Compagnie Bleu zwei ebenso berühmte wie etablierte Unternehmen von Schliessungen betroffen Das ist sowohl für die Industrie als auch für den Kunden ein grosser Verlust. Die Mitglieder möchten in ihrem Fitnessstudio trainieren und stehen dort vor verschlossener Tür - ohne weitere Information und ohne, dass man Ihnen ihren Beitrag zurückerstattet. Das schlägt sich auf die gesamte Branche nieder und erzeugt Misstrauen. Die Leute bekommen Angst, sich bei einem Club anzumelden.

Auf dem französischen Markt gibt es einige Beispiele schlechter Geschäfts- und Managementpraktiken. Obwohl es uns bei ClubMed Gym gelungen ist, auch unter diesen schwierigen Bedingungen erfolgreich zu sein, liegt uns doch viel daran, Prozesse und Standards auf internationalem Feld umgesetzt zu sehen, um so aufzuzeigen, dass die Industrie stabil ist und die Kunden neues Vertrauen in unser Produkt und unseren Service geschöpft haben.

Einer der grössten Kritikpunkte ist der Mangel einer einheitlichen Preispolitik bei Mitgliedsbeiträgen. Viele Clubs verfügen über zahlreiche unterschiedliche und oftmals dubiose Preismodelle.
Im vergangenen Jahr wurde ich zum Präsident des hiesigen Arbeitgeberverbands (SNEISS) ernannt, der sich um das Erstellen von Regeln und Standards für diesen Sektor bemüht, mit deren Hilfe Good Practices und ein professionelles kommerzielles Auftreten sichergestellt und somit dafür gesorgt werden soll, dass der Markt sich wieder erholen kann.

Darüber hinaus müssen wir auf die veränderten Bedürfnisse der Kunden reagieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt findet ein wahrer Boom im Wellnessbereich statt und auch das Angebot einer persönlichen Betreuung und die Möglichkeit, aus einer Vielfalt an verschiedenen Kursen wählen zu können, ist in der Gunst der Mitglieder ganz erheblich gestiegen. Doch für unabhängige Clubs ist das Bereitstellen all dieser Optionen ein schwieriges Unterfangen.

Die Kunden wünschen sich einen individuellen, auf ihre Belange zugeschnittenen Service, doch aufgrund des französischen Sozialrechts ist es den Betreibern fast unmöglich, diesen Service im gewünschten Rahmen anzubieten. Die Leute hätten zwar gerne den erwähnten Service, sind aber nicht dazu bereit auch entsprechend dafür zu zahlen. Ich nehme an, dass viele Betreiber erfolglos versuchen werden, auf diese Nachfrage zu reagieren. Im Gegensatz dazu ist es für einen grossen Betreiber wie ClubMed Gym leichter, viele Aktivitäten, wie z.B. bis zu 150 Kurse pro Woche, anzubieten. Für kleine Clubs ist ein derart vielfältiges Angebot kaum zu erreichen. Mit welchen Methoden werden also diese Clubs versuchen, den Kundenwünschen gerecht zu werden?

--Etienne Madelin, Geschäftsführer, ClubMed Gym

Lobbyarbeit bei den Regierungen betreiben

Die kommenden fünf Jahre halten einiges an Herausforderungen für die europäische Industrie bereit. In erster Linie geht es hier um das wichtige Thema „Humankapital” - die Leute, die ihre qualitativ hochwertigen personellen Ressourcen einbringen und unserer Branche damit zu einer gesunden Grundlage für ein erfolgreiches Bestehen verhelfen.

Aspria ist klein genug, um seine Mitarbeiter als Individuen zu behandeln und gleichzeitig gross genug, um interne Aufstiegsmöglichkeiten auf club- und sogar länderübergreifendem Niveau, anbieten zu können. Vergleicht man unsere Voraussetzungen jedoch mit Grossbritannien oder den Vereinigten Staaten, muss man feststellen, dass es schlicht zu wenig potentielle Mitarbeiter gibt, die die entsprechenden Schulungen erhalten haben. Das gilt besonders für die Bereiche, in denen es uns sowohl auf eine starke Dienstleistungsethik als auch auf Fachkompetenz ankommt. Wir haben oft mit Bewerbern zu tun, die nur über eines dieser Leistungsmerkmale verfügen und, entweder wir suchen dann weiter oder versuchen, den potentiellen Mitarbeiter erst entsprechend zu schulen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist in den meisten europäischen Ländern die dringende Notwendigkeit, das kollektive Gesundheitsbewusstsein zu stärken und den Leuten klar zu machen, mit welchen immensen Vorteilen ein gesunder Lebensstil und eine Club-Mitgliedschaft einhergehen.

Darüber hinaus ist es Zeit, dass die Politiker und Regierungen einiger der bedeutendsten europäischen Länder endlich auf die immer lauter werdenden Forderungen der Marktführer unserer Branche nach flexibleren und neutraleren Arbeitnehmerregelungen und -Verfahren reagieren. Unsere Hoffnungen für den Grossteil Europas gehen in die Richtung eines ausgewogenen und fairen Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sollte dieser Prozess nicht gelingen, wird es den Ländern und den jeweiligen Geschäften nicht möglich sein, konkurrenzfähige und profitable Clubs anzubieten.

Schlussendlich müssen wir als Industrie eine Einheit bilden, um bei den europäischen Regierungen Lobbyarbeit betreiben zu können und sie dazu zu bringen, ihre Mehrwertsteuersätze für Mitgliedschaften in Gesundheitsclubs entweder zu senken oder ganz aufzuheben. Das würde für die Menschen eine grosse Motivation darstellen, sich bei einem Club anzumelden und so eine gesündere Bevölkerung zur Folge haben, die sich in weit geringerem Masse auf die unterschiedlichen nationalen Gesundheitssysteme stützen muss.

Dass die Tarife europaweit angeglichen werden, ist dabei ebenso unwahrscheinlich wie unwesentlich. Unser Ziel ist es lediglich, verbilligte Tarife für Betreiber von Gesundheitsclubs zu erreichen, um ihnen so zu Wettbewerbsvorteilen zu verhelfen und damit bessere Voraussetzungen für höhere Mitgliederzahlen und einen gesunden Lebensstil zu schaffen. Die Vorteile für die entsprechenden Regierungen sowie die Aufwendungen durch das Steueraufkommen sind zwar bereits weitgehend dokumentiert aber noch nicht ernsthaft umgesetzt worden.

--Brian Morris, CEO, Aspria Group

Erstellen einer Erfahrung, die an sämtliche Sinne appelliert.

Eine der mit Abstand am schwierigsten Herausforderungen für die Betreiber und die gesamte Industrie ist die Akquisition neuer Mitglieder und die Kundenbindung. Wenn es gelingen soll, bestehende Mitglieder zu halten und darüber hinaus die Akquise neuer anzukurbeln, muss ein bewussterer Umgang mit der eigenen Gesundheit erreicht werden. Dies kann durch Erziehung erfolgen, die ein Bewusstsein für Wellness fördern kann. Mehr Initiativen bedeuten mehr Mitglieder, mehr Aktion und mehr Offenheit. Die Bevölkerung muss verinnerlichen, welchen Vorteil der so genannte Wellness Lifestyle mit sich bringt. Clubs müssen in die Erziehung investieren und haben die Aufgabe, nicht nur den Raum zur Verfügung zu stellen, sondern auch einen Service anzubieten, der die vielfältigen Kundenbedürfnisse sowohl emotional als auch psychologisch und physisch abdeckt.

Ein weiteres, oftmals unterschätztes Element stellt die Teamwork dar. Jeder Einzelne aus der Industrie muss kooperieren und sich als Ganzes einbringen, um Wachstum zu gewährleisten. So gesehen ist der Erfolg eines Betreibers nicht gleichzeitig die Niederlage der Konkurrenten, sondern stellt einen zusätzlichen Bonus und eine Unterstützung für den Erfolg der gesamten Industrie dar. Hersteller und Betreiber sind Mitglieder des gleichen Teams.

Innovation und Atmosphäre gelten als die Schlüsselelemente, die nicht nur die Aufmerksamkeit von potentiellen Kunden anziehen, sondern darüber hinaus dabei behilflich sind, diese Aufmerksamkeit auch zu erhalten. Geräte und Methoden, die die Innovation unserer Industrie widerspiegeln, sind ein wichtiger Aspekt, doch von ebenso grosser Bedeutung ist die Schaffung einer Clubatmosphäre, die dafür sorgt, dass sich die Mitglieder dauerhaft wohl fühlen. Die Zukunft liegt eindeutig in einem ganzheitlichen Programm zur Schaffung von Wellness-Atmosphäre. Produkt und Umgebung muss so entworfen werden, dass eine Erfahrung garantiert wird, die sämtliche Sinne anspricht. Ein zufriedener Kunde wird sich seinem Club gegenüber loyal zeigen und ihn mit Mundpropaganda unterstützen. Diese Mitglieder sprechen ihre Freunde und Kollegen an und ermuntern sie, sich den Club ebenfalls anzusehen.

--Nerio Alessandri, Präsident und Gründer von Technogym

Flächenbereinigtes Umsatzwachstum

In Zukunft werden wir uns der massgeblichen Herausforderung gegenüber sehen, den pro Mitglied erwirtschafteten Ertrag durch Umsätze, Kundenbindung und zusätzliche Einnahmen noch zu steigern. Wenn wir kein flächenbereinigtes Umsatzwachstum erzielen können, ist aufgrund steigender Kosten mit einem Stillstand in unserer Branche zu rechnen.

Wir müssen den Anteilseignern in unserer Industrie - Fondsmanager, Aktionäre, Risikokapital gebende Gesellschaften oder Einzelpersonen - deutlich machen, dass wir in der Lage sind, in unseren Geschäftsfeldern das gewünschte Wachstum zu erzielen.

Nur wenn wir wirklich professionell auftreten, wird es uns gelingen, uns auf die durch das Problem der Fettleibigkeit steigende Nachfrage einzustellen und davon zu profitieren. Die Lebensmittelindustrie, der FIA (US-Bundesversicherungsanstalt), die Regierung und auch die Wohlfahrtsverbände haben weit angelegte Kampagnen ins Leben gerufen und deutlich gemacht, dass unsere Unterstützung im Kampf gegen diese Volkskrankheit erwünscht und benötigt wird.

Die Qualität unseres Produkts steht ausser Frage: man kann in nahezu jedem Forschungsbericht nachlesen, dass die sportliche Betätigung vor fast jeder erdenklichen Krankheit schützt oder sie zumindest lindert. Doch wir müssen unseren Schwerpunkt darauf legen, unsere Programme durchgängig gut und auf individuelle Bedürfnisse einzelner Zielgruppen ausgerichtet anbieten zu können. Ein Fitnessstudio zu bauen erfordert noch keine besonderen Fertigkeiten. Die wirkliche Arbeit besteht darin unsere Systeme und die Kompetenz unserer Mitarbeiter zu verbessern.

Im Allgemeinen verfügen unsere Mitarbeiter nicht über ausreichend Fachwissen und Kompetenz, um das Leben unsere Kunden nachhaltig zu beeinflussen und einzelne Mitglieder individuell unterstützen zu können - genau das wäre aber wichtig, um die Kundenbindung ans Unternehmen zu fördern. Obwohl sie ausgezeichnete Umgangsformen mitbringen, weisen sie einen ganz erheblichen Mangel an Fachkenntnissen auf und es ist unsere Aufgabe, ihnen dieses Wissen zu vermitteln. Wir sind jedoch nur dann in der Lage, in unsere Mitarbeiter zu investieren, wenn das Geschäftsmodell ein ausreichendes flächenbereinigtes Ertragswachstum bringt.

Darüber hinaus ist das System in unserem Unternehmen noch immer in einem desolaten Zustand. Nach wie vor gelingt es uns nicht, in angemessenem Rahmen zu ermitteln, was als effektiv und als funktionierend gilt.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Markt überfüllt von zu kleinen Playern und die Qualität des Services ist mehr als lückenhaft. Um diesem Missstand zu begegnen, muss die gesamte Branche einen Prozess der Konsolidierung durchlaufen. Wir müssen der Industrie zum nötigen Wachstum verhelfen und in diesem Rahmen kann mittels der Konsolidierung eine durchgängige Qualität und Wirtschaftlichkeit erzielt werden.

Was weitere zukünftige Entwicklungen anbelangt, kann man davon ausgehen, dass manche Leistungen kostenpflichtig werden, die früher noch inklusive angeboten werden konnten. Wir werden speziell zugeschnittene Programme entwickeln und Zusatzleistungen zur Mitgliedschaft anbieten, um so unsere Einnahmen über die reinen Monatsgebühren hinaus zu steigern. Ich gehe ausserdem davon aus, dass künftig weitere Produkte im Club zum Verkauf angeboten werden. Es besteht bereits eine grosse Nachfrage nach Diätprodukten und gesunden Lebensmitteln. Es drängt sich also die Frage auf, warum die Kunden diese Erzeugnisse nicht direkt bei uns kaufen sollten? Darüber hinaus werden wir zunehmend Verträge zur gemeinsamen Vermarktung eingehen, d.h. andere Unternehmen werden dafür zahlen, Zugang zu den Daten unserer Kunden zu erhalten. Deren Vorteil besteht darin, dass sie mit Hilfe unseres Markennamens ihr eigenes Profil ausbauen und ihren Kundenstamm erweitern können.

--Fred Turok, Geschäftsführer bei LA Fitness

Die Kundennachfrage befindet sich im Aufwind

Unser grösstes Problem in Russland sind die dort sehr hohen Mietpreise. Hinzu kommt, dass wir von seiten des Staats und der örtlichen Stellen nur wenig Unterstützung erhalten. Andererseits befinden sich die Zahlen an potentiellen Mitgliedern kontinuierlich im Aufwind. Allein im Jahr 2004 haben wir in Moskau drei neue Fitness-Clubs eröffnet und im Umland Verträge mit drei Franchisenehmern abgeschlossen. Unser Kongress im Jahre 2004 zählte etwa 6.000 Teilnehmer aus mehr als 400 Staaten, einschliesslich Russland und der GUS. Das beweist, dass sich immer mehr Menschen für Fitness interessieren, Profis sich mehr Informationen aneignen möchten und Amateure ihren Sport ausüben möchten. Als Konsequenz daraus, werden in zunehmendem Masse Investoren auf die Fitness-Industrie aufmerksam.

--Olga Sloutsker, World Class Russia

Unser Produkt mit einem Markennamen versehen

Qualität und Glaubwürdigkeit sind zusammen mit einer gemeinsamen, authentischen und kundenorientierten Vermarktung die wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft der Branche. Wir müssen uns Gedanken über eine kreative Umgestaltung und Neuerfindung von Innovationen und Produkten machen, mit denen wir dann auf die Erwartungen und Wünsche unserer Kunden angemessen reagieren können.

Wir müssen dazu in der Lage sein, Marktfluktuationen zu erkennen und auf das veränderte Bewusstsein der Menschen entsprechend eingehen. Ein schnelles und professionelles Reagieren ist jetzt ausschlaggebend.

Obwohl es uns nicht immer leicht fällt, unsere in den Medien publizierten Versprechungen wirklich in die Tat umzusetzen, ist dies eine absolut unerlässliche Notwendigkeit, da wir nicht riskieren dürfen, das Vertrauen unserer Kunden aufs Spiel zu setzen.

Zusätzlich zu dem Trend,

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